Donnerstag, 24. Juli 2014

Babyalarm …


Endlich hat es seit gestern auch in unserer Gegend ergiebig geregnet – es war nach der langen Hitzeperiode auch höchste Zeit, denn an den landwirtschaftlichen Kulturen, die ansonsten in diesem Jahr gut stehen, zeigten sich erste Trockenschäden.
Als ich nach dem ersten starken Regenguss in der Dämmerung nach draußen ging, um die gefräßigen Kapuzinerschnecken einzusammeln, hätte ich sie auf dem Gehweg fast übersehen – die gut getarnten Baby-Teichmolche. Sie benutzten die Feuchtigkeit offenbar für ihren ersten Landgang und nutzten die Restwärme der Betonsteine, um ihre kleinen Körper zu temperieren. Im Gras habe ich heute auch welche entdeckt.


Nun ist äußerste Vorsicht bei jedem Schritt angesagt, um die kleinen Lurche nicht zu zertreten. Denn sie sind – in Abhängigkeit von ihrer Körpertemperatur – nicht ganz so flink wie Eidechsen.
Auch habe ich schon erlebt, dass sie gar nicht flüchten, sondern sich nur auf den Rücken drehen, um mit ihrer leicht rötlich gefärbten Unterseite einen vermeintlichen Beutejäger abzuschrecken.

Leider werden viele dieser kleinen Lebewesen bei ihren Landgängen das Leben lassen müssen – einerseits füttern Vögel jetzt noch ihre Jungen und die kleinen Teichmolche sind ja gerade mal 3-4 cm lang (also Wurmgröße).
Der größte Feind ist aber der Mensch mit seiner „Rasenmähmanie“, der wöchentlich oder noch öfter jedem wachsenden Halm und allen Pflanzen, die nicht seinem Ideal von einem sterilen Rasen entsprechen, den Garaus macht und dabei auch alles lebendige Getier auf diesem grünen Teppich vernichtet.
Mein Rasenmäher bleibt auf jeden Fall vorerst in der Garage und wird keine Teichmolche häckseln.



 

Kommentare:

  1. Oh, ist das goldig! Hab ich so noch nie gesehen - tolle Fotos von den Minimolchen :)

    Liebe Grüße, Suzie

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    1. Ja, Suzie, diese kleinen Molche sind wirklich zauberhaft. Heute saß einer nach dem inzwischen täglichen Regenguss mitten auf der Terrasse und kletterte bereitwillig auf meine Hand. Leider hatte ich die Kamera nicht dabei, aber ich konnte ihn wenigstens meiner betagten Mutter zeigen.

      Liebe Grüße, Lore

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    2. Ja die Kerlchen sind echt niedlich,haben heut auch einige entdeckt und sie sind ohne weiteres auf die Hand gekrabbelt. Meine Kinder waren ganz hin und weg :)

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    3. Jaa die Kerlchen sind wirlich niedlich, haben heute beim Abendspaziergang auch welche gesehn die auch ohne weiteres auf die Hand gekrabbelt sind. Meine Kids waren ganz hin und weg von dem Erlebnis :)

      LG Bianca

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  2. Bei uns begehen sie im Herbst leider 'gerne' Selbstmord. Es vergeht kein Herbst, wo ich sie nicht im Heizungskeller oder auf dem Weg dorthin entdecke. Und für einige kommt meine Hilfe dann leider schon zu spät, die sind dann bereits vertrocknet. Dabei haben sie gleich neben dem Teich im Hochwald zwischen Totholz und Laub ein ideales Winterquartier …
    Und erst vorgestern mussten wir wieder beobachten wie ein Amselweibchen einem Molch aus unserem Teich am Haus fing und mit der Beute davonflog

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