… endlich klares Wasser im Gartenteich
Ein Teich bereichert einen Garten, denn schon bald nach seiner
Anlage entwickelt sich ein Biotop, in dem sich Kleinstlebewesen ansiedeln, von
denen wiederum auch Molche, Frösche, Unken, Kröten und Ringelnattern angezogen
werden.
Meine Teichanlage besteht seit ca. 15 Jahren und ist mit
Fischen besetzt – und daraus ergab sich immer das Problem, dass das Wasser sehr
trüb und grün veralgt war.
Besonders schlimm war die Wasserqualität im zeitigen
Frühjahr, wenn das Eis endlich weg war – das Wasser war dann immer kurz davor,
sich in Jauche zu verwandeln. Es musste abgepumpt und durch Frischwasser
ersetzt werden.
Auch mit einem teuren Druckfilter mit UV-Licht, der vom
Frühjahr bis zum Frosteintritt lief, ließ sich die Wasserqualität nicht
merklich beeinflussen.
In diesem Jahr versuchte ich es im Frühjahr dann mit
einer Pflanzinsel – angeblich entziehen die Pflanzen dem Wasser Nährstoffe und
wirken als biologische Filteranlage.
Das mag für kleine Teiche zutreffen und bei großen
Teichen durchaus günstige Wirkungen haben – aber eine Klärung eines völlig
verschlammten Teiches war wohl aussichtslos (die Teichfrösche haben diese Insel
aber gut angenommen).
Im Internet gibt es viele Beispiele für selbstgebaute
Filteranlagen für Koiteiche. Und da ich noch eine 200-Liter-Regentonne und eine
funktionstüchtige Bachlaufpumpe hatte, wurde aus einfachen Mitteln eine
Filtertonne zusammengebaut. Es sollte möglichst preiswert sein, denn meine
Skepsis war groß, nachdem ich bereits einige finanzielle Mittel erfolglos in
die Klärung des Teichwassers investiert hatte.
Das Ergebnis war aber einfach verblüffend – bereits am
nächsten Tag konnte man eine Verbesserung der Wasserqualität feststellen und
nach nur einer Woche war das Teichwasser klar und auch die Fische sichtbar!
Natürlich muss die Tonne noch oft gereinigt werden (zurzeit
hält sie aber schon 3 Wochen durch), denn es ist schon erstaunlich, wieviel
Schlamm sie aus dem Teichwasser filtert. Aber es funktioniert und das Wasser
ist auch nach 2 Monaten Betrieb mit Hitzeperioden, die immer von besonders
starker Algenblüte begleitet waren, immer noch klar (und das ohne zusätzliches UV-Licht).
Um auch anderen geplagten Gartenteichbesitzern zu zeigen,
wie leicht und auch preiswert es eigentlich ist, einen solchen Filter zu bauen,
habe ich bei der letzten Reinigung mal ein paar Fotos zum „Innenleben“ meiner
Tonne gemacht.
Der Einlauf von der Pumpe erfolgt über ein
handelsübliches Abflussrohr im Innern zum Tonnenboden und hat über ein T-Stück
zwei Ausläufe (das Schmutzwasser wird dadurch besser verteilt und gleichmäßig
durch die Filterschichten gedrückt).
Das gefilterte Wasser läuft über ein Abflussrohr mit
etwas größerem Durchmesser nicht direkt in den Teich, sondern vorerst zur
zusätzlichen Sauerstoffanreicherung über Lava- und Kieselsteine (ein etwas
unterhalb der Filtertonne aufgestellter Mörtelkasten, in den ebenfalls ein
Abflussrohr eingeklebt wurde und der völlig zugewachsen nicht sichtbar ist) und
erst dann in den Teich.
Am Tonnenboden wurde ein weiterer Ablauf angebracht,
damit vor der Reinigung das Wasser entleert werden kann. Sowohl der Zulauf von
der Pumpe als auch der Ablauf am Tonnenboden sind mit Abstellhähnen versehen.
Damit der Schmutzwasserzulauf am Tonnenboden immer offen
bleibt, erhielt ein Blumenuntersetzer mehrere Löcher (mit einem Lötkolben geht
das ganz schnell – aber unbedingt im Freien durchführen!) und wurde umgekehrt
unter das T-Stück geschoben und darüber ein ohnehin „durchlöchertes“ Körbchen (habe
ich in der Haushaltsabteilung im toom-Baumarkt entdeckt) gestülpt. Gegen
Verrutschen wurde das Ganze mit ein paar Steinen passender Größe gesichert.
Gegen das Verstopfen des Bodenablaufes helfen die Klobürstenköpfe, sie dienen
gleichzeitig der Oberflächenvergrößerung.
Diesen Zweck verfolgt auch die erste Filterschicht –
sogenannte „Filterballs“. Man kann sie ziemlich teuer im Fachhandel kaufen – oder
aber selbst herstellen. Ein alter Spiralschlauch, der ohnehin brüchig war, wurde
in 5 – 7 cm lange Stücke geschnitten und die Teile in einen Kartoffelsack
gesteckt. Damit sind sie bei der Reinigung leicht zu entnehmen und können sich
auch nicht unter das Körbchen schieben.
Auf die Schlauchstücke kommt Baugaze (gibt´s im
Baumarkt), ein hervorragendes Filtermaterial, das sich auch gut reinigen lässt.
Ich hänge sie immer auf die Ligusterhecke und spritze sie mit einem scharfen
Wasserstrahl ab.
Auf die Gaze kommen übereinander zwei blaue Filtermatten
aus dem Zoohandel, die Lücken an der Tonnenrundung und am Rohr werden mit
Kartoffelsäcken ausgestopft. Auch Kartoffelsäcke sind gutes (und kostenloses!)
Filtermaterial, das problemlos gereinigt werden kann. Ich lege die
verschlammten Säcke auf der Wiese aus und spritze sie einfach ab (die Wiese ist
für die zusätzliche Wasser- und Düngergabe auch sehr dankbar).
Auf die blauen Matten folgt eine dicke Schicht aus
Haushaltsschwämmen und Schaumgummi-Zuschnitten, hier erfolgt bereits eine
Feinfilterung.
Die Reinigung der Schwämme erfolgt grob auf der Wiese,
den Rest erledigt das 15-Minuten-Programm meiner Waschmaschine (natürlich ohne
Zusatz von Waschmitteln!).
Auf die Schwammschicht lege ich Baugaze (muss sicher
nicht sein, das Stück hatte ich aber noch da).
Darauf folgt zur Vergrößerung der Oberfläche und
Anhaftung von Mikroorganismen eine Schicht groben Blähtons. Den habe ich in
feine Gazesäckchen gebunden (das waren mal Kosmetikschwämme), damit eine
mühelose Entnahme, Reinigung und Wiederverwendung erfolgen kann. Das Material
ist aber sehr zart und reißt schnell ein. Vielleicht nähe ich irgendwann mal
passende Säckchen aus einer alten Gardine.
Auf den Blähton kommen zwei Matten aus feinem Schaumstoff
(das war mal die Auflage einer ausrangierten Campingliege). Die Reinigung
erfolgt wie bei den Schwämmen, erst grob auf der Wiese und dann mit der
Waschmaschine.
Abgedeckt wird das Ganze mit einer Lage Filterfließ aus
dem Fachhandel.
Ursprünglich hatte ich darüber noch eine Lage Filterwatte
(Glasfaserwatte), aber die empfinde ich sehr unangenehm auf der Haut und lasse
sie daher jetzt weg, ohne dass das Filterergebnis dadurch schlechter wird. Für die
Fische ist es sicher auch besser, wenn die feinen Glasfaserbruchstücke nicht in
das Teichwasser gelangen.
Obenauf kommen zur Beschwerung und Sauerstoffanreicherung
Kieselsteine, die ebenfalls zur besseren Entnahme und Reinigung in Kartoffelsäcke
eingebunden wurden.
Diese Kieselsäcke liegen bei der gereinigten Filtertonne
vollständig unter dem gefilterten Wasser. Mit zunehmender Verschlammung des
Filtermaterials werden sie allmählich nach oben gedrückt und sind ein guter
Indikator für den Zeitpunkt der Reinigung der Filtertonne. Ragen sie bis an den
Tonnenrand und setzt sich bereits Schlamm an den Kieselsteinen ab, ist höchste
Zeit für die „große Filterwäsche“.
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| Filtertonne nach der Reinigung |
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| Filtertonne verschlammt |
Das Ergebnis hat mich bisher voll überzeugt. Die
Filtertonne ist auch so platziert, dass der Gesamteindruck im Garten nicht
gestört wird und man trotzdem bei der Reinigung gut an sie ran kommt. Und von der Terrasse aus
ist sie auch kaum zu sehen.